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Ministerien und Behörden

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Genauso wie bei den Verbänden und Vereinen sind die Positionen innerhalb der Landes- und Bundesministerien, Behörden und Ämter eher begrenzt. Die Tätigkeitsbereich in den Ministerien und Behörden lassen sich grob in zwei Bereiche aufteilen. Zum einen ähnlich wie bei den Verbänden die Öffentlichkeitsarbeit und zum anderen die Durchführung von Studien, Untersuchungen und Test bzw. deren Koordination wenn Sie an Dienstleister vergeben werden. Auf Bundesebene gibt es das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheut, die zugeordneten Landesministerien sowie das Umweltbundesamt, welches ein breites Themenspektrum abdeckt. Ziel des Bundesamtes ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen in Deutschland zu schützen, zu pflegen und die nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Vorrangige Aufgaben sind:

  • die wissenschaftliche Unterstützung der Bundesregierung (u. a. Bundesministerien für Umwelt, Gesundheit, Forschung, Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung)
  • der Vollzug von Umweltgesetzen (z. B. Emissionshandel, Zulassung von Chemikalien, Arznei- und Pflanzenschutzmitteln)
  • die Information der Öffentlichkeit zum Umweltschutz.

Das Gesundheitsministerium befasst sich im Referat 117 mit  "Biotechnologischer Innovation, Gentechnik". In den Referaten der Ministerien werden imer wieder Referenten gesucht mit folgenden typischen Aufgabenbereichen:

  • Analyse rechtlicher Aspekte biotechnologischer Fragestellungen
  • Mitwirkung an Rechtsetzungsvorhaben auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene im Aufgabenbereich des Referates
  •  Mitarbeit an Genehmigungsverfahren auf europäischer Ebene im Aufgabenbereich
    des Referates
  •  Mitarbeit in Fachgremien
  •  Mitwirkung an der Fachaufsicht über die Organisationseinheit "Gentechnik" des
    Robert Koch-Instituts
  • Begleitung der Biotechnologiestrategie der Europäischen Gemeinschaft
  • Rechtsfragen des Schutzes biotechnologischer Erfindungen
  • inhaltliche und organisatorische Begleitung von Fachveranstaltungen

Dem Ministerium für Gesundheit in Berlin unterstehen in seinem Geschäftsbereich vier bedeutende Institute, die Arbeitgeber für Biowissenschaftler sein können:

  • Robert Koch-Institut (RKI)
    Das RKI ist die zentrale Einrichtung des Bundes im Bereich der Öffentlichen Gesundheit zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten. Es bewertet, analysiert und erforscht dabei Krankheiten von hoher Gefährlichkeit, weitem Verbreitungsgrad oder großer öffentlicher oder gesundheitspolitischer Bedeutung. Stichworte sind z.B. HIV/Aids, Krebs, Allergien und Infektionskrankheiten. Bei diesem Institut ist die Ständige Impfkommission angesiedelt, die Impfempfehlungen erarbeitet. Außerdem ist es verantwortlich für die inhaltliche Bearbeitung und Koordinierung der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Vom RKI werden auch gesetzliche und wissenschaftliche Aufgaben auf den Gebieten Gentechnik und biologische Sicherheit wahrgenommen. 

 

  •  Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe (PEI)
    Das Paul-Ehrlich-Institut trägt wesentlich zur Sicherheit biomedizinischer Arzneimittel bei. Seine Aufgaben umfassen die Zulassung und staatliche Chargenfreigabe von biomedizinschen Arzneimitteln sowie die Genehmigung klinischer Prüfungen in diesem Bereich. Auch die Forschung, sowohl prüfungsbegleitend wie auch Grundlagenforschung, gehört zu den Institutsaufgaben. Zu den genannten biomedizinischen Arzneimitteln gehören Impfstoffe und Sera für Mensch und Tier, Allergenpräparate, monoklonale Antikörper, Arzneimittel aus Blut, Gentransferarzneimittel, somatische und xenogene Zelltherapeutika und Gewebezubereitungen.
     
  • Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)
    Das DIMDI stellt hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel- und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA). Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM oder OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z.B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die u.a. für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind.
     
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
    Mehr Gesundheit für die Bürgerinnen und Bürger ist das Ziel der Arbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Als Fachoberbehörde für Gesundheitsförderung entwickelt sie gemeinsam mit Kooperationspartnern Strategien zur gesundheitlichen Aufklärung und Prävention und setzt sie in Kampagnen und Projekten um. Denn für eine große Zahl der am weitesten verbreiteten Krankheiten gilt, dass sie durch gesundheitsschädliches Verhalten hervorgerufen werden (z.B. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Über- und Fehlernährung). Auch Risiken der Ansteckung mit Infektionskrankheiten lassen sich klein halten, wenn Übertragungswege und damit auch Schutzmöglichkeiten bekannt sind.
     
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Zu den Hauptaufgaben des BfArM gehört die Zulassung von Arzneimitteln, die Registrierung von homöopathischen Arzneimitteln, die Risikobewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten (etwa Herzschrittmacher, Computertomographen, Implantate) sowie die Überwachung des legalen Verkehrs mit Betäubungsmitteln und Grundstoffen.

 

Ein weiteres Ministerium, welches mit seinen angeschlossenen Forschungsinstituten  einen spannenden Arbeitsbereich bietet, ist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Im Ministerium selbst findet man wieder schwerpunktmäßig Tägikeiten im BEreich Öffentlichkeitsarbeit und Presse. In den angeschlossenen Forschungseinrichtungen findet man wiedderum originäre biowissenschaftliche Forschertätigkeiten:

 

  • Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
    www.jki.bund.de
    Standorte: Quedlinburg, Braunschweig, Dossenheim, Dresden-Pillnitz, Kleinmachnow, Siebeldingen. Derzeit noch weitere Standorte in Berlin, Bernkastel-Kues, Darmstadt, Groß-Lüsewitz und Münster. Aufgaben: Forschung und Beratung des BMELV auf den Gebieten der Pflanzengenetik, des Pflanzenbaus, der Pflanzenernährung, der Bodenkunde, des Pflanzenschutzes und der Pflanzengesundheit. Das JKI nimmt darüber hinaus die ihm nach dem Pflanzenschutzgesetz, dem Gentechnikgesetz und dem Chemikaliengesetz zugewiesenen Aufgaben wahr.
  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit www.fli.bund.de Standorte: Insel Riems, Braunschweig, Jena, Mariensee, Celle, Tübingen und Wusterhausen. Aufgaben: Forschung und Beratung auf den Gebieten der Tiergesundheit, der Tierernährung, der Tierhaltung, des Tierschutzes und der tiergenetischen Ressourcen; Wahrnehmung der nach dem Tierseuchengesetz und dem Gentechnikgesetz übertragenen Aufgaben.
     
  • Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel  www.mri.bund.de  Standorte: Karlsruhe, Detmold, Kiel, Kulmbach,  Münster und Hamburg. Aufgaben: Forschung und Beratung des BMELV auf den Gebieten der Ernährung, der Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik, der Mikrobiologie und Biotechnologie sowie der Sicherheit und Qualität bei Lebensmitteln. Darüber hinaus nimmt das MRI die ihm nach dem Agrarstatistikgesetz und dem Strahlenschutzvorsorgegesetz zugewiesenen Aufgaben wahr.
  • Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei www.vti.bund.de  Standorte: Braunschweig, Bremerhaven, Eberswalde, Großhansdorf, Hamburg, Trenthorst, Rostock,  Waldsieversdorf. Aufgaben: Forschung und Beratung des BMELV auf den Gebieten Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Darüber hinaus nimmt das vTI die ihm nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz und dem Bundeswasserstraßengesetz zugewiesenen Aufgaben wahr. 

Das Bundeskriminalamt sowie die Kriminalämter der Länder bieten Biowissenschaftlern hochspannende Aufgaben im Bereich der Forensik. Am Tatort nach Spuren von Erbgut zu suchen, ist für die Polizei mittlerweile zum Standard geworden. Knapp 800.000 Datensätze hat das Bundeskriminalamt schon gesammelt. Schon jetzt können aus ihnen Merkmale über die Personen herausgelesen werden, der genetische Fingerabdruck könnte zum genetischen Phantombild werden. In England helfen die Gene nicht nur bei der Aufklärung, sondern auch bei der Verhinderung von Straftaten. Wie das Ermittlungsdebakel um das "Phantom von Heilbronn" allerdings zeigt, können DNA-Spuren auch in die Irre führen.

 

Interessante Tätigkeitsfelder von Biowissenschaftlern: